Das Fusionsprojekt startet neu

(Bericht Luzernerzeitung 29.08.2014 Seite 27)

WAUWIL/EGOLZWIL Die Gemeinderäte haben dem Fusionsprojekt grünes Licht erteilt. Den Steilpass lieferte eine Umfrage.

Das Fusionsprojekt von Wauwil und Egolzwil nimmt Fahrt auf: Wie die beiden Gemeindepräsidenten Jakob Lütolf (Wauwil) und Urs Hodel (Egolzwil) an der gestrigen Medienorientierung mitteilten, ist der offizielle Startschuss zu einer gemeinsamen Prüfung erfolgt. Bei einem positiven Verlauf der Verhandlungen ist die Fusionsabstimmung für den 29. November 2015 terminiert. Bei einem Ja der Stimmbürger beider Gemeinden ist der Zusammenschluss auf den 1. Januar 2017 geplant. Mit dem Betriebsökonomen Peter Mendler von der Inova Management AG, Wollerau, konnte man zudem einen «erfahrenen Projektleiter gewinnen», wie die beiden Gemeindepräsidenten betonten.

Fusion scheiterte 2006
Die zwischen Wauwil und Egolzwil 2006 gescheiterte Fusion soll definitiv der Vergangenheit angehören. Dahingehend äusserten sich die beiden Gemeindepräsidenten jedenfalls gestern. Während die Wauwiler Stimmberechtigten 2006 einem Zusammenschluss mit rund 84 Prozent bereits zustimmten, sprach sich Egolzwil damals noch mit 54 Prozent dagegen aus. Den Steilpass für erneute Fusionsverhandlungen gab allerdings eine Anfang Jahr in beiden Gemeinden durchgeführte Umfrage. Die Aussage war nämlich klar: Beide Kommunen sprachen sich mit 84 Prozent für die Wiederaufnahme des Themas Fusion aus, und das möglichst bald – sprich im laufenden Jahr.

Chancen und Risiken aufzeigen
Die Gemeinderäte wollen als gleichberechtigte Partner eine Vision für eine Fusion entwickeln, wie sie gestern betonten. «Darauf basierend sollen der Stimmbevölkerung Chancen und Risiken eines Zusammenschlusses mittels fundierter Entscheidungsgrundlage aufgezeigt werden», sagte Jakob Lütolf. Und Urs Hodel erklärte: «Das Projekt wird sehr offen gestaltet.» Konkret heisst das: Alle interessierten Anspruchsgruppen haben die Möglichkeit, von Beginn weg im Rahmen von verschiedenen sogenannten «Echoräumen» ihre Anliegen, Fragen und Meinungen einzubringen. Bereits nächste Woche schlagen die Verantwortlichen mit dem Start eines Visionsworkshops den nächsten Pfeiler ein. Eine erste öffentliche Informationsveranstaltung ist für den 3. November 2014 geplant. Sowohl Lütolf wie Hodel sind sich bewusst: «Die Fusionsprüfung muss in Wauwil wie auch in Egolzwil mit der nötigen Sensibilität angegangen werden.» Und sollte sich beispielsweise im Verlaufe der Verhandlungen herausstellen, dass nicht alle Gemeinderäte hinter einem Zusammenschluss stehen, würde das Projekt abgebrochen, bevor es erneut an die Urne ginge, so Jakob Lütolf.

Schulprojekt integrieren
Mit dem Kanton haben erste Kontakte ebenfalls stattgefunden. «Die Gespräche verliefen positiv. Unsere Idee wird sowohl fachlich wie auch finanziell unterstützt », erklärte Hodel. So beteiligt sich der Kanton mit maximal 75 000 Franken an den Projektkosten. Zudem stellt er personelle Ressourcen für die Bereiche Finanzen, Recht und Kommunikation zur Verfügung. Aufgrund der bestehenden Gesetzesgrundlagen für Fusionen steht den beiden Gemeinden ein Beitrag von zirka 2,2 Millionen Franken zu. Anfang 2015 will man sich jedoch mit dem Kanton zu weiteren Gesprächen über zusätzlichen finanziellen Support treffen. Das bereits angelaufene Projekt für die Zusammenführung der Schulen wird als Teilprojekt in das Gesamtprojekt integriert. Die Vorarbeiten werden vollumfänglich übernommen. Bei einem positiven Resultat erfolgt der Zusammenschluss der beiden Schulen schon ab Schuljahr 2016/17.

(ERNESTO PIAZZA |

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